„Stopp der Straflosigkeit: Nicht eine Tote mehr!”

Organisation „Nuestras Hijas de Regreso a Casa, A. C.”
(„Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren”)

 

 Deutsche Version | Kirsten Einfeldt

 

 

„Die Frauenmorde von Ciudad Juárez, Chihuahua, gehen weiter. Über 420 Frauen sind seit 1993 ermordet worden und mehr als 600 verschwunden. Das Klima von Gewalt und Straflosigkeit wächst, ohne dass bis zum heutigen Tag konkrete Aktionen unternommen wurden, um dieser Situation ein Ende zu bereiten“, informiert „Nuestras Hijas de Regreso a Casa“, eine Non-governmental Organisation (NGO) aus Ciudad Juárez.

 

Lasst uns unsere Stimmen vereinen: Schluss mit den Verbrechen! Schluss mit der Gleichgültigkeit!

 

Jede Woche verschwindet in Ciudad Juárez mindestens eine Frau, und es wird nie wieder etwas von ihr gehört, es sei denn, ihre Entführer entscheiden sich dafür, ihren leblosen und offensichtlich brutal gefolterten und ermordeten, wüst vergewaltigten und manchmal verstümmelten, manchmal verbrannten Körper verschwinden zu lassen. Es ist ein schrecklicher Schmerz für diese Gesellschaft. Gibt es nichts, was diejenigen, die etwas dagegen unternehmen könnten, dazu bewegt, aktiv zu werden?

 

Weder die Verzweiflung und Angst der Familien, mit der Unsicherheit leben zu müssen, ob ihre Töchter, die das Haus verlassen, auch zurückkehren werden, noch die fast 420 Morde und über 600 Vermissten lösen die Bereitwilligkeit aus, diese Taten unter Kontrolle zu bekommen.

 

Wir bedauern sehr, dass die Regierung von Chihuahua ihre Kräfte allein darauf konzentriert, ihre Gegner politisch – auf legitime oder illegitime Weise – zu besiegen und dass die Senatoren und Abgeordneten mehr damit beschäftigt sind, Positionen hinzuzugewinnen, als mitzuhelfen, die Lebenskonditionen der JuarenserInnen zu verbessern. Bis zum heutigen Tag sind diese Verbrechen ungestraft, und niemand sucht nach den verschwundenen Frauen... Die Morde und Entführungen gehen weiter, ohne dass es bis heute auch nur einen Verantwortlichen dafür gäbe.

 

Wir laden auch die Regierung Fox dazu ein, aktiv zu werden und nicht weiter zu ignorieren, dass an dieser Grenze (mit den USA, d. Übers.) etwas höchst Schwerwiegendes vor sich geht.

 

Wir sollten aufhören, an dieser Situation mitschuldig zu sein. Unser verzweifelter Aufruf gilt all denjenigen, deren Gewissen zumindest eine minimale Anstrengung von ihnen fordert, um den Kampf gegen den scheinbar endlosen Frauenmord zu unterstützen. Jeder einzelne von uns kann an unserer Arbeit teilnehmen.

 

Setzt Limits – die Gewalt in dieser Stadt scheint keine Grenzen zu kennen! Seit 1993 werden die Morde an jungen und armen Frauen in Ciudad Juárez dokumentiert... 2001 dehnte sich der Terror in die Bundeshauptstadt Chihuahua aus... Wann und wo wird er aufhören?

 

Die Organisationen der Kampagne „Stopp der Straflosigkeit: Nicht eine Tote mehr!” fordern den mexikanischen Staat dazu auf, die Straflosigkeit in Bezug auf die Frauenmorde in Ciudad Juárez und die Qualen der Angehörigen und aller Menschenrechtler zu beenden.

 

WIR SIND:

1)     Nuestras Hijas de Regreso a Casa“ („Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren”) ist eine Bürgerinitiative mit Sitz in Ciudad Juárez, die sich aus Familienangehörigen verschwundener Mädchen und Frauen zusammensetzt, die im Bundesstaat Chihuahua Serienmördern zum Opfer gefallen sind.

 

WIR FORDERN:

"Aus dem Infoblatt Nr.66 des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit e.V. aus München, www.oeku-buero.de"

 

Illusionen der Grenze Die Straflosigkeit muss die Justiz lösen Die Handschrift auf den Körpern der ermordeten Frauen von Ciudad Juárez

 

HILF UNS UND UNTERSCHREIB DIE PETITION ONLINE!

www.PetitionOnline.com/JUAREZ/petition.html


Wie Du Nuestras Hijas de Regreso a Casa und den Frauen in Ciudad Juárez helfen kannst:

  1. Schreibe Emails, Briefe oder Faxe an den mexikanischen Präsidenten Vicente Fox Quesada, an den Gouverneur des Bundesstaates Chihuahua Lic. José Reyes Baeza und an den mexikanischen Botschafter in Deinem Land.
  1. Kontaktiere RegierungsvertreterInnen in Deiner Stadt und bitte sie, dass sie den 25. November als „Tag gegen die Gewalt an Frauen“ begehen, so wie es die Vereinten Nationen auf internationaler Ebene tun.
  1. Organisiere öffentliche Veranstaltungen, die auf die Gewalt gegen Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua aufmerksam machen.
  1. Nutze die Medien als Medium für Bildung und sozialen Wandel
  1. Widme den internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember) den Menschenrechten der Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua
  1. Organisiere Kinovorführungen der Filme „Señorita Extraviada: Missing Young Woman“, „Juárez Mothers Fight Femicide“ und „Ni una más” oder eines anderen Dokumentarfilms über die verschwundenen und ermordeten Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua. Veranstalte nach dem Film eine Diskussionsrunde.

„Señorita Extraviada: Missing Young Woman“ von Lourdes Portillo (http://www.lourdesportillo.com)

„Juárez Mothers Fight Femicide” von Nuestras Hijas de Regreso a Casa

(download unter http://www.mujeresdejuarez.org/ àdocumentos à documentales)

  1. Organisiere Veranstaltungen, um Spenden zu sammeln zugunsten von Organisationen in Ciudad Juárez, die sich für ein Ende der Gewalt einsetzen, wie z.B. Nuestras Hijas de Regreso a Casa.

 

  1. Richte Infotische bei Veranstaltungen oder Infozentren in Deiner Stadt ein. Verteile dort den Aufruf, dass sich die Menschen möglichst schnell an den Aktionen beteiligen, wie z.B. Briefe zu schreiben oder Petitionen zu unterschreiben.

 

  1. Schreib eine Petition, um Unterschriften zu sammeln und fordere den mexikanischen Botschafter in Deinem Land dazu auf, dass er von seiner Regierung die Untersuchung der Fälle der verschwundenen und ermordeten Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua verlangt.

 

  1. Diejenigen Personen, die auf dem Land wohnen oder nicht an den oben genannten Aktionen teilnehmen können, können eine Totenwache mit Kerzen veranstalten.

 

  1. Stell eine Liste von progressiven Gruppen und Organisationen in Deiner Region zusammen. Bitte diese, einen Teil ihrer Veröffentlichungen der Gewalt gegen Frauen zu widmen oder das Thema in ihren Veranstaltungen aufzugreifen.

 

  1. Schreibe Solidaritäts- und Trostbriefe an die Mütter der ermordeten und verschwundenen Frauen. Schicke sie an folgende Adresse:

Nuestras Hijas de Regreso a Casa, AC

Calle Privada de Casas Grandes # 6218

Colonia Nuevo Hipódromo

Ciudad Juárez, Chihuahua, México

Código Postal 32618

Teléfono (52) (656) 6 20 2973 y 207 12 11

Email: nuestras_hijas@yahoo.com.mx


Beispielbrief an den mexikanischen Präsidenten, an den Gouverneur von Chihuahua und an den mexikanischen Botschafter auf Spanisch

Estimado (hier Anrede einfügen):

Me dirijo a usted para expresar mi preocupación por el secuestro y asesinato de mujeres en Ciudad Juárez y Chihuahua y por el hecho de que, a pesar que el actual Gobierno del Estado de Chihuahua ha puesto mayor esfuerzo, hasta ahora no hay acciones contundentes para esclarecer y frenar estos crímenes, que iniciaron en 1993, y continuan.

Le insto a:

Su gobierno ha manifestado su compromiso de promover la protección de los derechos humanos en todos los niveles. Estos casos contienen muchos de los elementos que menoscaban la credibilidad de este compromiso. Le exhorto, por tanto, a poner plenamente en práctica las medidas necesarias, como señal clara de que las autoridades mexicanas no toleran estos secuestros y asesinatos.

Atentamente,


Deutsche Übersetzung des Briefes:

Sehr geehrter Herr……………..,

ich wende mich an Sie, weil ich wegen den Entführungen und Morde von Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua besorgt bin. Bis heute gibt es keine überzeugenden Aktionen, um diese Verbrechen, die 1993 begannen und bis heute weitergehen, aufzuklären und zu stoppen und dies, obwohl die aktuelle Regierung des Bundesstaates Chihuahua diesbezüglich verstärkte Anstrengungen unternommen hat.

Ich fordere Sie deshalb dazu auf:

Ihre Regierung hat sich klar dazu bekannt, den Schutz der Menschenrechte auf allen Ebenen voranzutreiben. Die Fälle in Ciudad Juárez und Chihuahua weisen vielfach Anzeichen auf, welche die Glaubwürdigkeit dieser Verpflichtung in Frage stellen. Ich fordere Sie deshalb dazu auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und damit ein Zeichen zu setzen, dass die mexikanischen Behörden diese Entführungen und Morde nicht tolerieren.

Mit freundlichen Grüßen,

WEB-SITE: www.mujeresdejuarez.org

ÜBERSETZUNG: KIRSTEN EINFELDT


Wie Du “Nuestras Hijas de Regreso a Casa” und den Frauen in Ciudad Juárez helfen kannst